Terms of Reference
Hintergrund und Zweck
Risikokommunikation ist ein elementarer Bestandteil des gesundheitlichen Verbraucherschutzes. Ihr Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse transparent, verständlich und vertrauenswürdig zu vermitteln, um fundierte Entscheidungen auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse zu ermöglichen. Der Austausch mit interessierten Stakeholdern – darunter Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Medien, Politik, Wissenschaft, NGOs und Wirtschaft sowie aus nationalen, europäischen und internationalen Institutionen – ist für die Risikokommunikation von zentraler Bedeutung. Er trägt dazu bei, Wissen zu bündeln, Perspektiven einzubeziehen und die wissenschaftliche Bewertung in einen gesellschaftlichen Kontext einzuordnen.
Die Bestrebung, ein Kommunikationsnetzwerk aus Einrichtungen für Lebensmittelsicherheit in Deutschland zu etablieren, entstammt dem Projekt „Coordinated Communication“ der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit)).
Das Projekt wurde ins Leben gerufen, um Teile der EU-Transparenzverordnung aus dem Jahr 2019 umzusetzen. In der Verordnung wird unter anderem festgelegt, dass die koordinierte Kommunikation zwischen allen am Risikoanalyseprozess beteiligten Einrichtungen für Risikobewertung und Risikomanagement auf Ebene der EU und der EU-Mitgliedstaaten stattfinden soll, um damit das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher in das europäische Lebensmittelsicherheitssystem zu stärken.
Diese koordinierte Kommunikation wird unter anderem durch die Entwicklung von Kommunikationsnetzwerken auf nationaler Ebene ermöglicht. Vor diesem Hintergrund gibt es seit 2024 das deutsche Kommunikationsnetzwerk Oursafefood. Dieses vernetzt u.a. die deutschen Einrichtungen für Lebensmittelsicherheit auf Bundes- und Landesebene miteinander.
Vision
Die Vernetzung zwischen den deutschen Einrichtungen für Lebensmittelsicherheit soll verstärkt werden, um best practices und Wissen aus dem Bereich Risikokommunikation sowie aktuelle Informationen zu teilen und dadurch Kompetenzen zu stärken. Außerdem soll den Mitgliedsorganisationen ermöglicht werden, Einblicke in europäische Perspektiven zu erhalten und schnell an Informationen der EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) bzw. der Lebensmittelsicherheitseinrichtungen der EU-Mitgliedstaaten zu gelangen, die auch für Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland relevant sind.
Mitgliedschaft
Oursafefood-Mitglieder sind deutsche Einrichtungen für Lebensmittelsicherheit auf Bundes- und Landesebene, die sich mit der Sicherheit in der Nahrungskette befassen. Dies beinhaltet neben der Lebensmittelsicherheit auch Umweltschutz, Tier- und Pflanzengesundheit.
Liste aktueller Mitgliedsorganisationen:
- Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (Externer Link:LGL)
- Bundesamt für Verbrauchschutz und Lebensmittelsicherheit (Externer Link:BVL)
- Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (Externer Link:BLE)
- Bundesinstitut für Risikobewertung (Externer Link:BfR)
- Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (Externer Link:BMLEH)
- Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe, Baden-Württemberg (Externer Link:CVUA)
- Friedrich-Loeffler-Instituts (Externer Link:FLI)
- Julius Kühn-Institut (Externer Link:JKI)
- Landesbetrieb Hessisches Landeslabor (Externer Link:LHL)
- Max Rubner-Institut (Externer Link:MRI)
- Umweltbundesamt (Externer Link:UBA)
Da der Austausch insbesondere dem Ausbau der Zusammenarbeit im Bereich der Risikokommunikation und Öffentlichkeitsarbeit dienen soll, ist es erstrebenswert, wenn vorrangig Kommunikationsexpertinnen- und experten ihre Organisationen als Mitglied im Netzwerk vertreten. Es wird angestrebt, noch mehr Einrichtungen der Bundesländer als Netzwerkmitglieder zu gewinnen. Dazu wäre es wünschenswert, wenn die Einrichtungen der Bundesländer, die bereits Mitglied sind, die ihnen bekannten weiteren Landeseinrichtungen für Lebensmittelsicherheit über nächste Treffen informieren würden.
Rollen/Konfigurationen
Durch das EFSAkurz fürEuropean Food Safety Authority (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit)-Drittmittelprojekt „Coordinated Communication“ und die damit verbundenen personellen Ressourcen, die dem BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung zur Verfügung stehen, liegt die Koordinierung des Netzwerks beim BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung.
Veranstaltungen wie Workshops, Vorträge oder Gesprächsrunden werden primär vom BfRkurz fürBundesinstitut für Risikobewertung koordiniert. Den anderen Mitgliedsorganisationen steht es aber frei, die Gastgeberrolle bei bestimmten Veranstaltungen zu übernehmen.
Darüber hinaus wird sichergestellt, dass die Mitgliedsorganisationen Informationen wie Neuigkeiten zu Themen der Lebensmittelsicherheit aus Europa in regelmäßigen Abständen erhalten. Das Teilen der im Rahmen des „Coordinated Communication“-Projekts entstandenen Inhalten ist erwünscht. So soll auch die Sichtbarkeit der Inhalte erhöht werden und beispielsweise Medienschaffende oder Stakeholder aus dem Bereich der Lebensmittelsicherheit leichter erreicht werden.
Arbeitsmethoden
Das Netzwerk trifft sich mindestens zweimal im Jahr. Dabei sollte zumindest für eine der Veranstaltungen ein Austausch in Präsenz angestrebt werden. Um es möglichst vielen Einrichtungen zu ermöglichen, an den Treffen teilzunehmen, sollte immer auch die online-Teilnahme ermöglicht werden. Die Gastgeberrolle für die Präsenz/hybriden Veranstaltungen kann auch durch andere Mitgliedsorganisationen übernommen werden.
Das Treffen in Präsenz soll vorrangig dem Austausch zu Themen der Risikokommunikation dienen. Sie sollen genutzt werden, um best practices zu teilen und sich zu aktuellen Themen, die für Risikokommunikationsfachleute relevant sind, auszutauschen.
Die online Veranstaltungen können auch genutzt werden, um sich zur Kommunikation von Risikobewertungsthemen auszutauschen und ggf. den aktuellen Sachstand zu bestimmten Themen darzustellen.
Der reguläre Austausch findet per E-Mail statt. Die Oursafefood-Microsite und der Newsletter dienen dem Sammeln und Teilen von Neuigkeiten aus dem Bereich der Lebensmittelsicherheit.
Ziele
Das Oursafefood-Kommunikationsnetzwerk soll dazu beitragen, Teile der EU-Transparenzverordnung umzusetzen. Insbesondere die Kommunikation zwischen Risikobewertung und Risikomanagement soll gestärkt werden.
Ziel des Netzwerks ist der regelmäßige Austausch zu best practices der Risikokommunikation sowie zu aktuellen Themen aus dem Bereich der Lebensmittelsicherheit, um dadurch die Kommunikation zu Risiken in der Nahrungskette zu stärken und auszubauen.
Ziel ist außerdem die Erstellung und Pflege eines E-Mail-Verteilers, der alle Mitgliedsorganisationen und die entsprechenden Kontaktmöglichkeiten enthält.
Dabei soll der regelmäßige Austausch durch persönliche/hybride Treffen sichergestellt werden.
Darüber hinaus sollen in regelmäßigen Abständen die Microsite Externer Link:oursafefood.de aktualisiert werden. Um den Mitgliedsorganisationen und anderen Stakeholdern aus dem Bereich der Lebensmittelsicherheit noch einfacher relevante Informationen zukommen zu lassen, soll der Oursafefood-Newsletter zwei bis vier Mal im Monat an Interessierte verschickt werden.
Zeitplan
Die Terms of Reference für das Oursafefood-Kommunikationsnetzwerk können bei Bedarf jederzeit aktualisiert werden und gelten zunächst bis zur Entscheidung im Jahr 2027, ob und wie lange das Projekt „Coordinated Communication“ fortgeführt wird.